Kunst aus dem Rosengarten im Stadtmuseum

Während der Festwoche zum 75jährigen Bestehen des Pinneberger Rosengartens fand die Aktion „Kunst im Rosengarten“ statt. Zwei der beteiligten Künstler zeigen Werke, die im Rosengarten entstanden sind jetzt in der aktuellen Sonderausstellung – 75 Jahre Rosengarten Pinneberg – im Stadtmuseum Pinneberg. Bis zum Ende der Ausstellung am 18. September ist somit ein ganz aktueller Aspekt des Pinneberger Rosengartens im Stadtmuseum zu besichtigen.

Peer Oliver Nau schafft Skulpturen aus verschiedenen Hölzern mit der Kettensäge.

Inken N. Woldsen hat Pinneberg-Bücher mit Fundstücken aus Metall im Rosengarten vergraben und diese nach ca. 3 Wochen wieder ausgegraben. Jetzt sind die Objekte getrocknet und man kann sehen, welche Spuren Feuchtigkeit und Erde hinterlassen haben.

 

Pinnebergs Rosengarten steht vor neuer Blütezeit


Vorbereitung der Rosegartenausstellung

Festwoche: Zum 75-jährigen Bestehen gibt‘s jede Menge Kultur / Sonderausstellung im Stadtmuseum

PINNEBERG Lange Jahre stiefmütterlich behandelt, jetzt vor einer neuen Blütezeit: Pinnebergs Rosengarten erlebt anlässlich seines 75-jährigen Bestehens ein Volksfest. Gefeiert wird vorn 3. bis 11. Juli. Die Federführung hat ein im Sommer 2009 gegründeter Freundeskreis, dessen erklärtes Ziel die planvolle Umgestaltung des fast vergessenen Parks am Fahlt ist.
            Landschaftsexperte Joachim-Ulrich Haß hatte vor einem Jahr die Initiative ergriffen. Fasziniert von der Schönheit des geschichtsträchtigen Areals beklagte er zugleich dessen Zustand. Sein Motto: „75 Jahre mit Höhen und Tiefen — jetzt soll es nur noch aufwärts gehen.“ Es handele sich um ein kulturhistorisch bedeutendes Stück Land, das besser gehegt und gepflegt werden müsse. ‚Wir wollen den Bürger mitnehmen“, regt er Pflege-Patenschaften an.
            „Roter Korsar“, „Chicago Peace“ und „Sommerwind“ - etwa 8000 Rosen sind im Garten zu sehen. 80 verschiedene Sorten. Mächtige Rhododendren und Magnolien gehören ebenso zum Bild wie Krokusse und Tulpen. Bereits seit dem Holsteiner Rosenfest von 1929 geplant, war der Garten 1935 endlich eingeweiht worden. Zuvor hatte die Stadt ein drei Hektar großes Grundstück zur Verfügung gestellt. Als Väter des Parks gelten der Rosenanbauer Gustav Strobel sowie der damalige Hamburger Gartenbauinspektor Carl Bradfisch.
            Zur wechselvollen Geschichte gehören die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als Pinnebergs Kleinod notgedrungen zum Kartoffel- und Kohlacker umfunktioniert wurde. 1950 wieder hergestellt, geriet der Garten später immer mehr in Vergessenheit. Vom ursprünglichen Konzept ist kaum noch etwas zu erkennen. An manchen Stellen wuchert es wild, ursprünglich geschaffene Sichtachsen sind nicht mehr zu erkennen. Die desaströse Finanzlage der Stadt trug in den vergangenen Jahren dazu bei, dass Strukturen verloren gingen.
            Joachim Malecki, der mit Jürgen Strobel ein Buch zum Thema verfasst hat, glaubt an ein Gestaltungskonzept, das in der Bevölkerung überzeugt. Die Voraussetzungen stimmen: Der Park ist seit kurzem als Gartendenkmal anerkannt. „Allerdings der Freundeskreis noch mehr Mitstreiter“, sagt die zweite Vorsitzende Dr. Katja Oldenburg. Auf dass eine neue Blütezeit anbricht. Denn: „Dies soll alles nur ein Startschuss sein“, so Bürgermeisterin Kristin Alheit (SPD) gestern.
Andreas Daebeler

DIE FESTWOCHE VOM 3. BIS 11. JULI: DAS PROGRAMM

Die Party startet am Sonnabend, 3. Juli, um 12 Uhr mit der Eröffnung durch Bürgermeisterin Kristin Alheit im Stadtmuseum. Ab 13 Uhr gibt‘s im Rosengarten ein Kinderfest mit Märchenzelt und Theater-Aufführungen, „Rosenkinder“ ziehen zuvor tanzend durch die Stadt. Die Ballettschule Geigenberger zeigt ab 16 Uhr „Dornrößchen“. Am Sonnabend, 10. Juli, geht‘s ab 10 Uhr auf dem Drosteiplatz rund: Dort findet der erste Pinneberger Rosen- und Pflanzenmarkt statt. Gegen 12 Uhr nimmt Landrat Oliver Stolz die Taufe einer neu gezüchteten Kletterrose vor. Auf einer Bühne vor der Drostei spielen ab 12.30 Uhr mehrere lokale Bands, Pinnebergs Kaufleute sind mit Basarständen vertreten. Tags drauf wird wieder im Rosengarten am Fahlt gefeiert. Ab 10.30 Uhr singt der Männergesangsverein, es folgen Lesungen sowie Aufführungen des Forum Theaters (12.30 Uhr) und der "Bühnen“ (14 Uhr). Parallel wird eine Kunstmeile mit Werken regionaler Künstler aufwarten, Gisela Meyer-Hahn präsentiert die Installation „Rosentöne“. And
Pinneberger Tageblatt, 18.6.2010

 

Von Art -Deco bis Kartoffelacker

PINNEBERG Sie blühen in Apricot, Creme und Bordeauxrot, sie betören durch ihren zarten Duft: Rosen sind der Inbegriff romantischer Verführung. Ihrem zeitlosen Zauber ist auch Joachim Malecki erlegen. Konkret: Pinnebergs Rosengarten hat es dem früheren obersten Spitzen-Stadtplaner der benachbarten Hansestadt angetan.
            Zusammen mit seinen Mitstreitern im „Freundeskreis des Rosengartens“ will der pensionierte Landschaftsarchitekt das Kleinod am Fahlt wieder zu dem Glanz der Vorkriegszeit verhelfen. „10 000 Rosen blühten dort bei der Eröffnung 1935, es gab 800 verschiedene Sorten“, erzählt Malecki. Heute zähle man gerade mal 80 Sorten und 4000 Pflanzen. Malecki kennt Zahlen, Daten und Fakten rund um den Rosengarten aus dem Effeff. Er hat ein ganzes Buch darüber verfasst: Auf 125 reichlich bebilderten Seiten erzählt er „Die Geschichte des Pinneberger Rosengartens“.
            Etwa 18 Monate lang recherchierte er akribisch, forschte im Stadtarchiv, in Kellern und auf Dachböden nach Urkunden, Planungsunterlagen, Briefen. Von der ersten Idee 1930 über NS-Zeit, Krieg und Neugestaltung 1950 bis heute.
            Der Band ist auch ein Spiegel der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Kreisstadt. Den Anstoß gaben Baumschuler, Rosenzüchter, Gastronomen und Einzelhändler. Sie wollten eine weitere Attraktion für die Hamburger Arbeiterfamilien schaffen, die an den Wochenenden zu Tausenden in Pinneberg und Umgebung Erholung suchten. Der Fremdenverkehr war damals der zweitwichtigste Wirtschaftszweig des Ortes. 40 Ausflugslokale und fünf Flussbadeanstalten allein im Quellental sprechen eine deutliche Sprache.
            Noch wichtiger war der Export von Rosen. Der Kreis Pinneberg war der weltgrößte Exporteur von Schnittrosen und Rosenpflanzen. Und die mächtigen Rosenzüchter brauchten eine repräsentative Ausstellungsfläche, um ihre Neuzüchtungen dauerhaft präsentieren zu können.
            Wie aus Gustav Strobels Gartenkleinod im Bauhaus-Stil 1942 ein Kartoffelacker wurde, wie 1950 alles neu — aber völlig anders — wieder erblühte und wie der Garten in seinen Dornröschenschlaf fiel – das erzählt Malecki, unterstützt von Strobels Sohn Klaus-Jürgen, sehr anschaulich.
            Das Buch kostet 14,95 Euro und ist im „Bücherwurm“ und im Stadtmuseum erhältlich. Paw
Pinneberger Tageblatt, 26.6.2010

 

Seit 21. April: Neue Dauerausstellung!

Dank der Stiftung Sparkasse Südholstein, der ZEIT-Stiftung und des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein konnte die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte neu gestaltet werden.


20.4.09: Pressepräsentation der neu gestalteten Dauerausstellung durch Bürgervorsteherin Boenigk und Museumsleiterin Duggen-Below in Anwesenheit von Vertretern der ZEIT-Stiftung und der Sparkasse Südholstein.


Sponsoren und Macher, Foto B. Wagner

Quantensprung im Pinneberger Stadtmuseum
SPONSOREN HELFEN: Modernisierte Dauerausstellung zur wechselvollen Geschichte der Kreisstadt eröffnet
Digitale Medien statt Papptafeln, audiovisuelle Hilfsmittel, übersichtliche Anordnung: Jetzt bereitet der Rundgang durch Pinnebergs Vergangenheit richtig Spaß.

Ein Steinrelief mit dem Errichtungsdatum 1791 und den Insignien des dänischen Königs Christian VII — letztes Überbleibsel der vor dreieinhalb Jahren abgerissenen Bauernmühle. Ein Modell des Pinneberger Bahnhofs um die Jahrhundertwende mit Dampflokomotive und Eisenbahnbeamten in Gala-Uniform. Eine ungewöhnlich großformatige Federzeichnung mit der Gesamtansicht der ausgedehnten Wuppermanschen Fabrikanlagen, deren einstige Größe die wenigen noch vorhandenen Relikte an der Hermanstraße nicht ahnen lassen. Das Bild einer romantischen Bootspartie auf dem idyllischen Mühlenteich, der gänzlich aus dem heutigen Stadtbild verschwunden ist. Beeindruckende Exponate der neu gestalteten Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Pinnebergs im Museum, die ab sofort der Öffentlichkeit zugänglich ist.
            Die Ausstellung basiert auf den Arbeiten der beiden Stadtchronisten Dieter Beig und des 2006 verstorbenen Klaus May, die vor zwölf Jahren begannen, die Geschichte Pinnebergs systematisch zu erforschen und zu dokumentieren. „Diese Dokumentation haben sie damals mit den einfachsten Mitteln erarbeitet und im Stadtmuseum zugänglich gemacht“, erklärte Museumsleiterin Ina Duggen-Below während der Eröffnung der neuen Dauerausstellung. „Inzwischen hat unter anderem die Geschichtswerkstatt der Pinneberger Volkshochschule viele weitere Forschungsergebnisse erarbeitet, die Sehgewohnheiten des Museumspublikums sind zudem anspruchsvoller geworden“, nannte die Kunstpädagogin Gründe für die Modernisierung der Ausstellung.
            Die neue, besucherorientiert konzipierte, interaktive Ausstellung gebe den Gästen die Möglichkeit, sich gezielter mit Themen ihres Interesses zu befassen. „Digitale Bilderbögen, Handtafeln und Schubladen behandeln einzelne Themen wie beispielsweise Schule, Industrie und Fremdenverkehr“, erläuterte Duggen-Below.
            Übersichtlich strukturiert präsentieren sich den Besuchern die Epochen Frühgeschichte, Schauenburger Herrschaft, Dänenzeit und Preußen. „Eine Darstellung, die auch für Schulklassen attraktiv ist“, so die Museumsleiterin.
            Die Stiftung der Sparkasse Südholstein, die ZEIT-Stiftung und das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein haben als Hauptsponsoren die 37 000 Euro teure Modernisierung und Ergänzung der Dauerausstellung gefördert, an deren Realisierung viele ehrenamtliche Helfer in zahlreichen Arbeitsstunden mitgewirkt haben. Weitere 10 000 Euro werden für die geplante Ergänzung der Ausstellung mit dem Thema „Weimarer Republik“ benötigt. Ina Duggen-Below hofft dabei auf die Unterstützung engagierter Pinneberger Geschäftsleute und Bürger.
            Die Öffnungszeiten des Hauses in der Dingstätte 25:
Dienstag und Mittwoch 17 bis 19 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 sowie 15 bis 17 Uhr, Freitag 17 bis 19 Uhr, Sonnabend 11 bis 13 Uhr. Extra-Führungen für Schulklassen und Gruppen auf Anfrage. Telefon: (04101) 207465, E-Mail: stadtmuseum-pi@foni.net (bw)

Pinneberger Tageblatt, 30.4.2009

Neue Einblicke in die Stadtgeschichte

Originaldokumente und Karten, historische Fotos und gesprochene Texte vermitteln eine kompakte Übersicht.

Von Kuno Klein

Pinneberg -

Jetzt kann man mit noch mehr Lust in der Geschichte Pinnebergs stöbern. Dafür sorgt die neu gestaltete stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Obergeschoss des Stadtmuseums in der Dingstätte 25. Aktuelle museumspädagogische Erkenntnisse flossen in die Präsentation ein und ermöglichen es dem Besucher, selber aktiv zu werden. So kann er die Historie der Kreisstadt von der Frühgeschichte bis 1914 entdecken und erkunden.

Museumsleiterin Ina Duggen-Below freut sich über die neue Ausstellung. "Die alte Schau war bereits zwölf Jahre alt und nicht mehr im besten Zustand", sagt sie. Deshalb und wegen neuer Erkenntnisse der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule Pinneberg war es nun an der Zeit, die Präsentation auf Vordermann zu bringen. Für etwa 37 000 Euro ist eine Darstellung der Pinneberger Geschichte entstanden, welche den Besucher reizt, sich auf die Spurensuche zu begeben, Schubladen zu öffnen, in denen Karten und Originaldokumente hinter Glas verborgen oder auch gesprochen Texte zu hören sind. Modelle zeigen den Bahnhof und die ehemalige Burganlage. Ein altes Steinrelief erinnert an die Bauernmühle. Auf Bildschirmen werden historische Fotos gezeigt. Bei der Entwicklung des Konzeptes hat das "atelier oxide" geholfen. Geschichtlich haben unter anderen Dieter Beig, Johannes Seifert und die Geschichtswerkstatt dem Museum zugearbeitet. "Es ist uns gelungen, eine sehr dichte und kompakte Darstellung der Geschichte der Stadt zu präsentieren", lobt Ina Duggen-Below das Ergebnis der Neugestaltung.

Möglich wurde sie durch die Stiftung der Sparkasse Südholstein, der "Zeit"-Stiftung und des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein, dank Mitteln aus dem Lottospiel. Eine Wand ist noch frei. Dort soll die Zeit der Weimarer Republik dargestellt werden. Doch dafür fehlt das Geld. Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina Boenigk: "Vielleicht finden sich Firmen oder Privatpersonen, die das Museum als Sponsoren unterstützen", sagte sie. Auch kleine Spenden könnten dazu beitragen, die benötigten rund 10 000 Euro zusammenzubekommen. Bislang kann man sich im neu gestalteten Bereich auf die Spuren der Kreisstadt in der Vor- und Frühgeschichte, unter der Herrschaft der Schauenburger Grafen, der dänischen Königen und der Preußen machen.

Pinneberger Zeitung, 22. April 2009

 


Der Stein der Bauernmühle wird montiert.


Fast fertig !


Klafacks Horn .............................................und das Bahnhofsmodell

In der Eröffnungswoche, vom 21. bis 25. April laden wir Sie gern auf ein Glas Sekt ein.

 

Tischler an der Arbeit

Das erste Exponat wird montiert

Die Hängung des Bildes erforderte viel handwerkliches Geschick, gute Planung und nicht zuletzt erhebliche Muskelkraft von den Mitarbeitern des Kommunalen Servicebetriebs Pinneberg und des Stadtmuseums. Die Erleichterung war groß, als das drei Meter breite glasgerahmte Bild sicher seinen Platz an seinem neuen Bestimmungsort gefunden hatte.

Jahrelang war das Bild für die Öffentlichkeit nicht sichtbar untergestellt. Das neue Konzept zur stadtgeschichtlichen Ausstellung macht es nun endlich möglich, dieses schöne Exponat zu präsentieren.

Die ungewöhnlich großformatige Federzeichnung zeigt den Zustand des Fabrikgeländes des Emaillewerkes Wupperman an der Schauenburger Straße und Moltkestraße von 1890.

Endlich sagt Pinneberg Dankeschön

von Berthold Wagner

Die Reproduktion der historischen Pinneberger Landtafel hängt schon lange im Pinneberger Ratsaal. Das versprochene Dankeschön der Stadt ließ auf sich warten.

Mehr als drei Jahre arbeitete der aus Dithmarschen stammende Maler und Kartograph Daniel Frese an der Pinneberger Landtafel. Mit dem 1588 vollendeten, 4,50 mal fünf Meter großen Kunstwerk ließ der Schauenburger Graf Adolf XIV. von Holstein-Pinneberg seinen hiesigen Besitz dokumentieren. Noch länger benötigte der Restaurator Max Finné, um eine Reproduktion des im Schloss Bückeburg aufbewahrten Originals anzufertigen. Auch Pinneberg hat einige Zeit gebraucht, um sich für dieses Duplikat zu bedanken, das die Landesbibliothek Kiel der Kreisstadt als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Jetzt wurde die Schenkung mit beinahe zweijähriger Verzögerung endlich angemessen gewürdigt.
Das Faksimile von Finné befand sich nach seiner Anfertigung 1965 im Besitz der Landesbibliothek Kiel, die das Werk bis 1982 in einer Dauerausstellung zur Geschichte Schleswig-Holsteins präsentierte und dann im Magazin aufbewahrte. Seit 2004 bemühte sich Ina Duggen-Below, Leiterin des Pinneberger Stadtmuseums, intensiv um das großflächige Exponat. "Unsere Stadt ist der angemessene Standort für die Reproduktion", so die Kunstpädagogin. "Schon der Auftraggeber des Originals hatte damals angeordnet, dass die Karte in seinem Pinneberger Domizil aufgehängt werde."
Als die Landesbibliothek neue, für die Landtafel zu kleine Räume bezog, hakte Duggen-Below noch einmal nach und konnte die Kieler schließlich überzeugen. Die Fielmann AG ermöglichte eine Restaurierung des Prunkstücks und finanzierte auch den Transport. Pressewirksam posierte nach der Installation im Rathaus auch Pinnebergs damaliger Bürgermeister Horst-Werner Nitt vor dem kartographischen Meisterwerk. Den versprochenen Festakt mit Schenkern und Sponsoren zur offiziellen Einweihung der großzügigen Gabe verlor der Ex-Verwaltungs-Chef danach jedoch aus den Augen.
Duggen und Wolfgang J. Dohmeyer, Leiter der Pinneberger VHS und Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum Pinneberg, holten das peinliche Versäumnis jetzt nach: Während eines Festakts überreichte Dr. Jens Ahlers, Direktor der Kieler Landesbibliothek, Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina Boenigk (CDU) die offizielle Schenkungsurkunde. Anschließend erläuterte Professor Dr. Reimer Witt Freses Werk.

Pinneberger Tageblatt, 22.1.200

 

Neustart in die Vergangenheit

PINNEBERG: Stadtmuseum präsentiert vor- und frühgeschichtliche Exponate / Umbau der Ausstellung
Die Abteilung Früh- und Vorgeschichte im Stadtmuseum Pinneberg brauchte eine Frischzellenkur. Jetzt ist die Sammlung um Jahrtausende alte Fundstücke aus der Region erweitert worden. Die Exponate sind der erste Schritt zu einem Umbau der Dauerschau.

Pinneberg schärft den Blick in seine Vergangenheit. Um wertvolle Exponate aus der Stein- und Eisenzeit ist die Dauerausstellung im Stadtmuseum erweitert worden. Die Exponate lieferte der Rellinger Archäologe und Student der Uni Hamburg, Peter Pries (69). Die Sammlung von beachtlichem Wert besteht im Wesentlichen aus Fundstücken aus der Mittel- und Jungsteinzeit sowie aus der Eisenzeit. Die steinzeitlichen Werkzeuge stammen aus der Sammlung des ehemaligen Pinneberger Rektors Behr, während die eisenzeitlichen Urnen von dem Halstenbeker Hermannsen gesammelt wurden. „Eine Urne hat er als Kind selber in Krupunder ausgegraben“, weiß Pries.
      Im Pinneberger Raum befinden sich Urnenfriedhöfe in Stawedder, Krupunder, an der Fahltsweide und auf dem Ratsberg, dem seit 1846 bekanntesten Feld mit mehreren hundert Urnen. Davon sind 70 dokumentiert. Sehenswert sind auch die Pfeilspitzen und Geräte aus Knochen sowie Dolche, Messer und Angelhaken aus Geweih.
      Mit der neu eröffneten Sammlung ist die Umgestaltung des Abschnitts „Früh- und Vorgeschichte bis zur Weimarer Republik“ begonnen worden. Nach den Worten der Museumsleiterin Ina Duggen-Below muss dieser Teil der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung dringend neu konzipiert werden. Zum Seinen weisen die Bild-Text-Tafeln deutliche Alterungsspuren auf, zum anderen entspricht die Didaktik und Gestaltung der Schau nicht mehr den heutigen Ansprüchen und Sehgewohnheiten der Museumsbesucher.
      Aufgrund der Raumknappheit und der Fülle des Materials ist eine geänderte Raumkonzeption und Museumsarchitektur erforderlich. Dabei sollen zeitgemäße digitale Medien und interaktive Elemente in die Schau integriert werden. Solch eine maßgeschneiderte, aufwändige Ausstellungsarchitektur könne allerdings nicht mit den im Museum vorhandenen Möglichkeiten entwickelt und umgesetzt werden. Der Förderverein des Stadtmuseums hat aus diesem Grund die Ateliergemeinschaft Handwerk beauftragt, ein Konzept zu entwickeln.
      Bleibt die Frage nach dem Geld für die Frischzellenkur. Die Kosten für die Neugestaltung betragen 56 000 Euro, eingeworben wurden bisher 44000 Euro. Beteiligt an der Finanzierung waren die Stadt Pinneberg, der Förderverein
Stadtmuseum Pinneberg, die Stiftung der Sparkasse Südholstein und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund. Das Innenministerium Schleswig-Holstein und die „Zeit“-Stiftung haben ihre Förderung zugesagt.
      Wer sich an der Neugestaltung beteiligen möchte, kann unter dem Stichwort „Stadtgeschichte“ auf das Konto des Fördervereins Stadtmuseum Pinneberg bei der Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30), Kontonummer 21176 38, spenden.

Foto und Text von GÜNTHER MEIER, Pinneberger Tageblatt, 21.7.2008

Fotos vom Beginn der Neugestaltung der Dauerausstellung

Peter Pries trägt die Fundorte in einen
Übersichtsplan ein.
Die Sammlung der vor- und frühgeschichtlichen Funde wurde gesichtet, zugeordnet und datiert.